Seit über zehn Jahren findet im Frühling jeden Jahres das „11mm Fußball-Filmfestival“ statt, das bei seiner Premiere 2004 (auch auf internationaler Bühne) das erste seiner Art war. Die Zielsetzung des Veranstalters Brot und Spiele e.V. lautete, „der Fußballkultur neue Impulse zu verleihen, sei es durch Ausstellungen, Theaterabende, Lesungen und Erzähl-Cafés“.

Zur Heimat der Festspiele hat sich das Babylon-Kino in Berlin entwickelt, gelegen am Rosa-Luxemburg-Platz, unweit vom „Alex“, direkt neben der Volksbühne. In ihrer unmittelbaren Nähe wirkt das 1929 eröffnete Babylon schon fast unscheinbar, blüht aber beim 11mm Filmfestival wie ein Altstar auf, der seinen zweiten Frühling erlebt.

Es ist bereits der zwölfte des Festivals, der uns zum ersten Mal in Berlins Mitte bringt. Bevor die feierliche Eröffnung stattfindet, begegnen wir einer der Hauptpersonen des heutigen Abends im Cafe gegenüber: Sky-Reporter Kai Dittmann, der nachher durchs Programm führen wird. In den folgenden Tagen wird das besondere Flair des Festivals daraus bestehen, Fußball(kultur)schaffende zu treffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen: Aljoscha Pause, der deutsche Filmemacher, der durch die Produktionen „Tom meets Zizou“ und „Trainer“ Bekanntschaft erlangte. Seinen Kollegen Frank Steffan, der dem Kölner Idol Heinz Flohe ein cineastisches Denkmal setzte. Oder Blogger Frank Baade, der als „Trainer Baade“ eins der meistgelesenen Fußball-Blogs Deutschlands betreibt. Keine gehypten Stars, aber Nationalspieler in ihren Bereichen und Menschen mit Meinungen, die sie auch äußern dürfen.

In eigener Sache: Unser Beitrag zum diesjährigen Festival

Das Kino, das in der Nachkriegszeit im Osten der Stadt eine exponierte Stellung einnahm, trägt mit seinem eigenen Charme zum Sofagefühl der Veranstaltung bei. Das Übrige tun die Veranstalter, die das Festival ehrenamtlich auf die Beine stellen. Die Filme – wirkliche Meisterwerke – werden allesamt mit einer kleinen Verspätung angepfiffen, auch die Frau an der Kasse hat sich mit der Thematik noch nicht so recht vertraut gemacht. Auf eine Anfrage im Vorfeld muss man schon mal etwas länger warten. Einer der Veranstalter schwingt sich nach einem Film aufs Fahrrad, weil er noch mit der Gitarre irgendwo ein Solo spielen muss.

Man lässt hier Elfe gerade sein, das ist auch gut so (wie in Berlin schon Wowereit sagte) und irgendwo ist das auch und gerade Kultur. In dem Filmfestival steckt eine Menge Herzblut, viel Charme und eine herrliche Drolligkeit, die uns gefangen hat. Das 11mm-Filmfestival ist zur Pflichtveranstaltung geworden, seit dem ersten Besuch sind wir immer wiedergekommen. Berlin hat viel zu bieten, aber während des Festivals verbringt man seine Zeit nirgends besser als in den Kinosälen des Babylon-Kinos. Wem die Fußball-Romantik abhandengekommen ist, der findet sie hier wieder.

Anschrift: Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin

Internet: https://www.11-mm.de

11mm Filmfestival

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