In der Erlebniswelt des FC Bayern erklärt die Sonderausstellung „Fußballprofi – Traum und Wirklichkeit“, was bei den Profis auf den Tisch kommt. „Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, mageres Fleisch und Fisch beherrschen den Speiseplan“, heißt es auf den Informationstafeln des Bayern-Museums, auf die Gourmetkoch Alfons Schuhbeck großen Einfluss hatte. Wenn die Ernährung nicht vom Rekordmeister kredenzt wird, treffen sich die Spieler gerne in Szenelokals. War das „P1“ lange Zeit der zentrale Ort für das Nachtleben der Bayern-Profis, so galt die „Bar Italia“ als kulinarischer Treffpunkt Nummer eins des FC Bayern. In einem Artikel von Franz Rohleder und Jasmin Posiech wurde an diesem in Stein gemeißelten Diktat gekratzt. Einige Adressen scheinen der Bar Italia den Rang abgelaufen zu haben.

Wer in einem Raum mit Thomas Müller und Co essen möchte, der ist demnach im „H’ugo’s“ besser aufgehoben. Die 2007 eröffnete Pizzeria am Promenadeplatz war im Dezember 2016 Gastgeber des FCB-Weihnachtsfest, laut Rohleder und Posiech holen sich David Alaba und Franck Ribery gerne nach dem Spiel im „H’ugo’s“ eine Pizza. Wer es lieber traditionell-zünftiger mag, der bekommt in der Gaststätte „Großmarkthalle“ die wohl besten Weißwürste Münchens und dazu die Bayern-Spieler zu sehen. Der Gastro-Autor Erwin Seitz nennt in seinem Buch „Die Verfeinerung der Deutschen – Eine andere Kulturgeschichte“ Philipp Lahm als Fan der Gaststätte, auch Manuel Neuer will man dort schon gesehen haben.

Im „Trader Vic’s“ soll das schwieriger sein, da das Lokal im Hotel Bayerischer Hof sehr verwinkelt ist. Deshalb genießt es bei den Bayern-Spielern große Beliebtheit, wohl aber auch wegen der auf der eigenen Seite angepriesenen „polynesischen Küche mit Köstlichkeiten aus dem Buchenholz-Ofen nach Originalrezepturen“. Das „Trader Vic’s“ gehört ebenso zu Münchens Top 7 Promi-Restaurants wie das „Franziskaner“ (das allen voran Franz Beckenbauer gerne aufsuchen soll) oder die „Burger & Lobster Bank“. Der Name ist Programm, die Spezialität des Hauses ist ein Burger und mit einem halben Hummer.

Gegen sieben wird’s feierlich. Martina zündet fünf Kerzen an und serviert. Fleisch muss es sein. Steaks, Kalb oder Rind. Dazu Pommes. Je nach Saison Spargel oder grüner Salat. Gemüse mag er nicht.

Aus einem Rummenigge-Buch, übernommen vom Bayern-Blog »texterstexte.com«

Das größte Lob erhält aber das Restaurant „Chang“: „Der Chang ist quasi die Kantine des FC Bayern“, sagte Karl-Heinz Rummenigge in der TZ über den Vietnamesen Nguyen van Giang. Mittlerweile gibt es den „Chang“ drei Mal in München, Rummenigges Frau Martina weiß: „Wann immer es uns nach Asia-Food gelüstet, gehen wir rüber.“

Heute gelüstet es Martina und Karl-Heinz allerdings nach Bella Italia. Während wir die Bar Italia besuchen – denn nur die Bar Italia findet man im „11 Freunde“-Ranking – betreten der Vorstandsvorsitzende und seine Frau die Lokalität. Ein Küsschen links, ein Küsschen rechts, der Wirt begrüßt die Rummenigges persönlich. Zum Duft der italienischen Speisen gesellt sich der Glanz der großen FC Bayern München AG. Seit 2003 wird an der Südlichen Münchner Straße 10 gekocht und dabei ist die Bar Italia so zeitlos wie weiße Fliesen im Badezimmer. Die Pforten werden täglich ab 11:30 Uhr geöffnet, die Preise sind (für München) moderat – dafür schmeckt es sehr gut. Und hier bewahrheitet sich das, was alle anderen nur versprechen: In der Bar Italia trifft man sie wirklich, die Prominenz des FC Bayern München.

Anschrift: Südliche Münchner Straße 10, 82031 Grünwald

Internet: http://bar-italia-gruenwald.com ➚

Bar Italia München

Bar Italia München