Als der legendäre Sport 1-„Fantalk“ im Sommer letzten Jahres nicht mehr aus der 11 Freunde-Bar in Essen, sondern aus der „Champions Sportsbar“ des Münchener Marriott Hotels ausgestrahlt wurde, begann des Siechtums nächster Teil. Die 11 Freunde-Bar gibt es zwar nach wie vor, es hat der Kult-Kneipe aber zugesetzt, dass Thomas Helmer jetzt in München sitzt.

Dafür gibt es in Bayerns Landeshauptstadt jetzt eine Institution weniger. „Ende einer Ära! Löwenstüberl-Wirtin hört auf“, titelte die Abendzeitung, die TZ schrieb „Christl Estermann sperrt Löwenstüberl zu“. Das legendäre Vereinslokal des TSV 1860 München schloss Ende 2018 seine Pforten, ob sie noch einmal geöffnet werden, steht in den Sternen. Das Interieur wurde auf einem Flohmarkt vertickt, einen Nachfolger für Christl Estermann gibt es (noch) nicht.

Die Devotionalien aus dem Fritz-Walter-Haus in Alsenborn sind für einen Flohmarkt zu kostbar, sie werden am 16. Februar im Heidelberger Auktionshaus „Kunst&Kuriosa“ versteigert. Was für die Fußball-Sammler eine willkommene Gelegenheit ist, bedeutet aber auch: Das Fritz-Walter-Haus in Alsenborn kann nicht mehr besichtigt werden. „Alter und Gesundheit lassen das nicht mehr zu“, berichtet Bernd Lutzi der Rhein-Neckar-Zeitung. Der langjährige Kurator der Ausstellung hat über 30 000 Gäste im ehemaligen Wohnhaus des Weltmeisters begrüßt, darunter Fußball-Größen wie Franz Beckenbauer. Dass die Sammlerstücke nun unter den Hammer kommen, ist tragisch: Sie sollten weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sein, nicht in den Schränken der Sammler verschwinden. In den Medien wird darüber kontrovers diskutiert. Update: Inzwischen hat der Hauptsponsor der 1. FC Kaiserslautern die Sammlung aufgekauft.

Das Fritz-Walter-Haus und das Löwenstüberl sind nicht die ersten Orte, die von der Liste gestrichen werden müssen. Artensterben gab es in den letzten Jahren auch in Braunschweig (Elvan) und in Berlin (Cafe King), das Hertha-Schiff wurde von Brandenburg nach Berlin verlagert und die Stadionbaustelle in Essen ist keine mehr.