Adolf Hitler hat hier sein einziges Fußballspiel gesehen, Schalke wurde dort 1934 zum ersten Mal Deutscher Meister und Sammy Drechsels Fußballhelden Heini Kamke und Matze Krause holten hier im Literaturmeisterwerk „11 Freunde müsst ihr sein“ die Berliner Fußballmeisterschaft. Ergo: Das Poststadion gehört bei einem Hauptstadtbesuch zwingend auf die Reiseagenda.

55 000 Menschen fanden hier mal Platz, erreicht wurde dieser Besucherrekord bei der deutschen 0:2-Niederlage gegen Norwegen im August 1936. Eingeweiht wurde das Stadion fast zehn Jahre zuvor, am ersten Weihnachtsfeiertag 1927 mit dem Spiel des Post SV Berlin gegen Hertha BSC. Das ist deshalb erwähnenswert, weil Hertha amtierender Brandenburg-Meister war und, quasi analog zum Völkerballduell Jungen gegen Mädchen in der Grundschule, nach eigenem Wunsch mit einem vorher vereinbarten 0:3-Rückstand ins Spiel ging.

Als Peters und Heini das Poststadion betraten, war das Vorspiel schon bis zur Mitte der 2. Halbzeit fortgeschritten. Mindestens 40 000 Schulkinder füllten bereits die Zuschauertribünen. Es gab kaum noch einen Platz. Und dabei strömten immer noch neue Schulklassen durch die Stadiontore herbei.

Aus Sammy Drechsels »Elf Freunde müßt ihr sein…«

Im Krieg wurde das Stadion schwer beschädigt, bis 1950 folgten umfangreiche Sanierungsarbeiten. Das Fassungsvermögen dehnte sich durch die mit Trümmerschutt aufgehäuften Tribünen auf 60 100 Plätze (davon 55 000 Steher) aus. Davon berichten heute noch die Wellenbrecher, die hinterm Zaun auf der Gegengerade zwischen Moos, Müll und Bäumen von den alten Zeiten erzählen.

Eintrittskarte Poststadion Berlin

Alte Eintrittskarte aus dem Poststadion Berlin vom Fußball-Repräsentativspiel Schleswig-Holstein gegen Berlin aus dem Jahr 1951

Für Liebhaber ist dieser bewaldete Tribünenbesuch ein Traum, Bilder aus den 2000er-Jahren auf stadionbesuch.de lassen das Herz höher schlagen ➚ und zeigen deutlich, dass das Poststadion nach der Wende ein Opfer verfehlter Landespolitik war und zwischenzeitlich zu einer Bauruine verfiel.

Mittlerweile kann im Poststadion wieder gespielt werden, mit dem Athletik Klub hat es einen neuen Bewohner. Der BAK hat 2012 die TSG Hoffenheim in der ersten Runde aus dem Pokal gefiedelt. Vielleicht schreibt der Verein seine eigene Geschichte mit dem Stadion, das einst das größte in Berlin war.

Anschrift: Lehrter Straße 59, 10557 Berlin

Poststadion Berlin

Poststadion Berlin

Poststadion Berlin

Poststadion Berlin

Poststadion Berlin

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