Schrägster Sportplatz, Kleinolbersdorf

Aus dem reichhaltigen Phrasenschatz meines Opas hat sich „(s)chief ist Englisch und Englisch ist modern“ auch als Redewendung in meinem Leben etabliert. Folgt man dieser Formulierung, befindet sich die trendigste Sportstätte der Republik in Sachsen. Als „schrägster Sportplatz“ zog der der SG Kleinolbersdorf-Altenhain in die “11 Freunde”-Hitparade ein. Nicht nur das Fußball-Kultur-Magazin, auch andere Medien sind schon auf den Platz im Chemnitzer Stadtteil aufmerksam geworden. RTL war schon hier, der MDR auch und Sport 1, als es noch DSF hieß.

So alt ist der Sportplatz schon, der „nahezu 7 Meter Höhenunterschied“ (sg-altenhain.de) aufweist. Von „14 Prozent Gefälle“, wie es in der 11 Freunde heißt, kann aber nicht die Rede sein. Um beim Sprichwort meines Opas zu bleiben: Der Moderne wurden keine Grenzen gesetzt. Der Platz ist nicht nur in der Länge, sondern auch in der Breite ordentlich verzogen. Er gleicht schon fast einem Wellental und wer für die Arbeit mal einen gelben Schein benötigt, hat nach 90 Minuten Kleinolbersdorf eine gute Chance, mit Bänderriss einige Wochen auszufallen.

Nur noch für den Trainingsbetrieb geeignet

Wäre da nicht der neue Sportplatz des Vereins, auf dem die SG Kleinolbersdorf-Altenhain seit 2005 ihre Spiele austrägt. Gepflegt, kerzengerade und umzäunt und gesichert wie früher die gesamte DDR.
„Wenn es richtig regnet, gehen wir auf den schrägen Platz, der läuft nämlich besser ab“, berichtet SG-Boss Sebastian Gechert in der 11 Freunde und spricht vom Trainingsbetrieb. Das glaubt man gerne, wenn man das schicke, neue Grün mit Blick auf das rund 15 Kilometer entfernte Schloss Augustusburg sieht; beim alten, schiefen Platz kann man sich dagegen kaum vorstellen, dass hier überhaupt mal gespielt wurde.

Auch wenn man es vermuten könnte, aber wir waren nie besonders heimstark.

Sebastian Gechert

Harald Müller ist der lebende Gegenbeweis. Er bewirtet die „Sportlerklause“, die an den Platz angrenzt und in der sich die Mannschaften umziehen. 30 Jahre lief er den Platz rauf und runter, wie er der Webseite des DFB erzählt – vorzugsweise in der zweiten Halbzeit nach unten, „sonst haben im zweiten Durchgang die Körner gefehlt“, wie Gecherts Vater Reinald erklärt.

Als der Aufstieg in die Kreisliga 2010 feststand, ging man als Reminiszenz an alte Zeiten noch mal auf den schrägen Platz. Das bisher letzte Spiel dort. Mittlerweile ist das allein deshalb schon nicht mehr möglich, weil in einer Ecke Schutt und Erde abgeladen werden.

Anschrift: Altenhainer Dorfstraße 11, 09128 Chemnitz

Internet: http://www.sg-altenhain.de

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